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Über Asiye Özlem Sahin

Das Portrait

Asiye Özlem Sahin (Foto: Claudius Schell)Asiye Özlem Sahin (Foto: Claudius Schell)

Das Damenboxen polarisiert weiterhin. Im Internet kann man sich in Diskussionsforen über kernige Macho-Sprüche vieler Kritiker erfreuen, oder tierisch aufregen. Je nach Sichtweise. Daher ist der Einstieg in diese Geschichte denkbar einfach. Denn die Information, dass die 33jährige Asiye Özlem Sahin als Talent gehandelt wird und die Szene bereichert, könnte im Internet folgende Reaktion hervorrufen: „Die Alte hat höchstens noch Potenzial für die Küche“.

Soweit der Trash Talk. Nun zu den Fakten: Mitte des Jahrzehnts startete Sahin ihre Boxlaufbahn. Bei den Amateuren wurde sie im Jahr 2005 Internationale Deutsche Meisterin in der Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm und verteidigte dieses Championat ein Jahr später erfolgreich. In diesem Zeitraum boxte sie auch für die Auswahl des Nationalkaders und belegte 1. Plätze beim 3-Länder Turnier zwischen Deutschland, Italien, Frankreich und beim Venus Cup in Dänemark. Im August 2007 debütierte Asiye Özlem Sahin im Alter von 30 Jahren mit einem Punktsieg über Michaela Rost erfolgreich bei den Profis. Seitdem hat sie insgesamt acht Profikämpfe gewonnen, einmal trennte sich die Halb-Fliegengewichtlerin Unentschieden. Nichts auffälliges, keine großen Namen im Kampfrekord, kein riesiger Medien-Hype.

Dennoch unterscheidet Sahin sich von den anderen Talenten im deutschen Damenboxen. Der auf den ersten Blick größte Kritikpunkt, ihr Alter, könnte für Sahin aber die Trumpf Karte schlechthin sein. Denn die Nummer 19 der boxrec.com Rangliste verfügt über eine sehr gefestigte Persönlichkeitsstruktur mit viel Willenskraft. Da sie nach einer kurzen Amateurlaufbahn zu den Profis wechselte, hat sie keinerlei Substanz lassen müssen. „Ich bin reif, aber unverbraucht“ lautet das Credo von Sahin, die mit 11 Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam. Im Laufe der Zeit ist sie konsequent ihren Weg gegangen.

Als Jugendliche hatte sie durch ihren Bruder erste Berührungspunkte zum Boxsport. Ihre Eltern verboten ihr den Sport. Welche Konsequenzen das, wie Sahin es formuliert, „lösen vom Elternhaus“ mit sich brachte, werden wohl nur die wenigsten auch nur ansatzweise nachvollziehen können. Sahin machte platt formuliert ihr Ding. Das setzte sich später im Berufsleben fort. Auf eine Ausbildung als Industriemechanikerin bei Bosch folgte aufgrund fehlender Perspektiven die Weiterbildung zur Technischen Fachwirtin. Heute ist sie in der Bosch Niederlassung Waiblingen zuständig für das Verpackungsmanagement.

Sie fühlt sich wohl in ihrer neuen Heimat Ludwigsburg und kann als Vorbild für gelungene Integration bezeichnet werden. Perfekte Sprachkenntnisse mit einem leicht schwäbischen Dialekt sind nur ein Punkt. „Toleranz und Akzeptanz sind wichtige Bausteine, nur wenn man selbst Teil einer Gesellschaft sein will, wird man dies auch schaffen“ so Sahin, die sich selbst als türkische Schwäbin bezeichnet.

Ihren eigenen Kopf hat Sahin auch im Boxen. „Ich gehe im Ring meinen Weg, die beruflichen Perspektiven bei meinem Arbeitgeber außerhalb vom Boxen spornen mich nur zusätzlich an. Ich habe keine Existenzängste“, sagt Sahin selbstbewusst. Entgegen vieler Empfehlungen von einigen Bekannten, sie sei für eine Profikarriere zu alt, startete sie eine Laufbahn bei den Berufsboxern. Die ersten Erfolge der von Achim Böhme trainierten Boxerin scheinen ihr nun recht zu geben. Technisch gut ausgebildet ist Sahin bei Arena Kampftagen ein fester Bestandteil des Rahmenprogramms geworden, ihre letzten beiden Kämpfe gegen Janina Bentz und Olga Harton wurden im türkischen Fernsehen übertragen. Positive Rückmeldungen kommen aus dem ganzen Land. „Ich bedanke mich bei meinem Team, Herrn Öner und meinem Sponsor Gazi. Toll, was mir ermöglichst wird“ sagt Sahin artig.

Um auf den Trash-Talk zurückzukommen. Dass Sahin in die Küche gehört, sieht sie selbst so. „Sonst könnte ich auch mein Gewicht nicht so halten“ erklärt die Halb-Fliegengewichtlerin auf diese Bemerkung mit einem Augenzwinkern. Kochen gehört zu einer ihrer Leidenschaften, man könnte auch in Macho Manier davon reden, dass sie unheimlich gerne vor dem Herd steht. Bei den nächsten Zielen, die Asiye Özlem Sahin im Fokus hat, spielt die Küche aber keine Rolle. Da geht es um sportliche Herausforderungen. Wie es sich für eine Profiboxerin gehört, allem Trash-Talk zum Trotz.

Am 9. April wird Sahin beim Arena Kampftag in Schwerin boxen.




zurückIngo Barrabas, 21.03.2010

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