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Airich besiegt Salif

Boxen in Cuxhaven

Links: Konstantin Airich (Foto: Claudius Schell)Links: Konstantin Airich (Foto: Claudius Schell)

Arena Boxpromotion gastierte letzten Samstag wieder in Cuxhaven und zeigte ein über weite Strecken sehr ansprechendes und unterhaltsames Programm.


Der erste Kampf des Abends begann mit einer Überraschung: Hamid Rahimi (10-0-0, KOs 1) aus Afghanistan traf im Mittelgewicht auf Jevgenjis Kiselevs (3-4-0, KOs 2) aus Lettland. Rahimi versuchte mit überfallartigen Angriffen zum Ziel zu kommen, hatte in der dritten Runde damit den meisten Erfolg. Am Ende wurde der vier Runden wurde zunächst ein einstimmiges Unentschieden verkündet, später wurde ein Sieg für Rahimi notiert, dies auch das Ergebnis in boxrec.com. 


Im zweiten Kampf meldete sich die Minimumgewichtlerin Özlem Sahin nach zehn Monaten ohne Kampf zurück. Sahin (6-0-1, KOs 3) traf in ihrem ersten Sechsrunder auf Janina Benz (3-2-0, KOs 1). Sahin dominierte die erfahrene und erfolgreiche  Kickboxerin mit ihren Links-Rechts-Kombinationen. In der vierten und sechsten Runde wackelte Benz, erholte sich jedoch immer wieder. Die Punktrichter werteten den Kampf: 60:54, 60:54, 58:56.


Im folgenden Krampf trafen Magomed Yangubaev (4-0-1, KOs 0) aus Kasachstan und Valentins Morozovs (4-0-1, KOs 3) aus Lettland, der alle seine Kämpfe gegen Debütanten bestritten hatte, aufeinander. Die Leichtgewichtsbegegnung begann verhalten und endete abrupt. Die erste Kombination zum Kopf ließ Morozovs zu Boden gehen. Noch wackelig auf den Beinen stellte er sich erneut dem Kampf, um von einem Schlaghagel eingedeckt zu werden, worauf der der Ringrichter den Kampf stoppte. Das offizielle Urteil lautete: TKO 1 (2.40 min).


Der vierte Kampf war eine einseitige Angelegenheit. Christian Pawlak (13-3-9, KOs 7) aus Deutschland traf im Super-Mittelgewicht auf Michal Bilak (19-10-0, KOs 10) aus der Tschechei. Pawlak boxte systematisch und überlegen, während Bilak nicht mehr als gelegentliche Einzeltreffer setzen konnte. Der Schützling von Graciano Rocchigiani punktete mit guten Kombinationen, konnte aber seinen Gegner, der sich verbissen wehrte und ab der vierten Runde einen stark blutenden Cut über dem linken Auge hatte, nicht vorzeitig besiegen. Die Punktrichter werteten 80:72, 80:72 und 79:73.


Der unbesiegte Koblenzer Schwergewichtler Yakup Saglam (20-0-0, KOs 17) hatte mit Ladislav Kovarik (8-3-0, KOs 3) aus der Tschechischen Republik einen unbequemen Gegner, der seit der zweiten Runde stark aus der Nase blutete und sein Glück mit wilden und weit ausgeholten Schwingern versuchte. Saglam konterte in die Angriffsbemühungen immer wieder mit Haken, in der fünften Runde brach der Ringrichter den Kampf ab, bevor Kovarik ernstlich Schaden nahm (TKO 5, 2:28 min).

 
Im sechsten Kampf des Abends zeigte Wladimir Virchis, dass die einjährige Pause nach seiner Niederlage gegen Juan Carlos Gomez in dem WM-Ausscheidungskampf nicht spurlos an ihm vorübergegangen ist. Sein Kontrahent war Edgars Kalnars (20-19-0, KOs 11) aus Lettland, auf dem Papier für einen Schwergewichtler vom Kaliber eines Virchis eine einfache Aufgabe, aber dem war nicht so. Virchis versuchte seinem Kampfnamen „The Hunter“ alle Ehre zu machen und stapfte Kalnars nach, um ihn zu erlegen. Dieser wiederum versuchte nur zu überleben. In der dritten Runde nahm sich Kalnars nach einem imaginären Tiefschlag eine Ruhepause, in der er sich wohl überlegte sich zu wehren. Hiernach wurde er immer aktiver, er kam sogar mehrfach mit Schlägen durch, wodurch der Sechsrunder doch munter und unterhaltsam wurde. Die Punktrichter werteten. 59:55, 59:55 und 59:56.


Tiefschläge spielten auch in dem folgenden Schwergewichtskampf zwischen Alex Mazikin (13-2-1, KOs 3) aus der Ukraine und Ondrej Pala (24-2-0, KOs 18) aus der Tschechei eine große Rolle. Mazikin, der zu keinem Zeitpunkt ein wahrnehmbares  Konzept gegen den schnelleren und besser boxenden Pala hatte, versuchte es immer wieder mit Körpertreffern. Einige von ihnen gingen dabei tief, was zu einem Punktabzug in Runde fünf führte, und andere gingen nicht tief, animierten Pala aber zu schauspielerischen Einlagen. Das wiederum führte dazu, dass Pala in Runde sechs angezählt wurde. Der sehr hart geführte Achtrunder endete mit einem Punktsieg für Pala (77:75, 80:69 und 80:72) und außerdem einem Veranstaltervertrag mit Arena für ihn.


Im achten und letzten Kampf des Abends boxte Konstantin Airich (12-2-1, KOs 10) aus Deutschland gegen Cisse Salif (23-16-2, KOs 21) aus Mali. Salif ging unter anderen schon mit Tua, Akinwande und Solis über die Runden. Airich glich seinen Reichweitennachteil durch Schnelligkeit, Aggressivität und Härte aus. Zum Ende des Acht-Runden-Schwergewichtskampfes wurde Salif müde und wartete auf seine Chance als KO-Schläger. Dieser Plan ging fast auf. In den letzten Sekunden war Airich auf wackligen Beinen unterwegs im Ring, aber er konnte sich zum Schlussgong retten und einen komfortablen Punktsieg feiern. Die Punktrichter werteten den Kampf: 79:73, 79:75 und 78:74.




zurückUwe Betker, 26.10.2009

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