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Unentschieden reicht Wlodarczyk nicht

WBC-Weltmeister Fragomeni mit reichlich Glück

Der Pole Krzysztof Wlodarczyk (Foto: Daniel Hiller)Der Pole Krzysztof Wlodarczyk (Foto: Daniel Hiller)

Der frühere IBF-Champion Krzysztof Wlodarczyk (siehe Foto) ist bei dem Versuch, erneut Weltmeister eines führenden Boxweltverbandes zu werden, gescheitert. Der polnische Cruisergewichtler musste sich am Samstagabend im Kampf gegen den WBC-Weltmeister Giacobbe Fragomeni in Rom mit einem Unentschieden zufrieden geben. Damit blieb der WM-Titel vorerst in Italien.

Fragomeni, der den WBC-Gürtel im Oktober letzten Jahres gegen den Tschechen Rudolf Kraj erkämpft hatte, schaffte es, den an Reichweite deutlich überlegenen Herausforderer zu Beginn ausreichend auf Distanz zu halten. Mit großer Aggressivität und überfallartigen Angriffen war er selbst in der Lage, seine Hände in dem von Referee Ian John-Lewis geleiteten WM-Fight ins Ziel zu bringen.

Obwohl der Titelverteidiger den Gegner dabei nicht in all zu große Bedrängnis brachte, schlug der 27-jährige Wlodarczyk zunächst nicht genügend Kapital aus den sich bietenden Chancen. Erst in den späteren Runden ging der frühere IBF-Weltmeister aus Warschau entschlossener zu Werke und erkämpfte sich - Kopf an Kopf mit dem Gegner agierend - mit seinen Seithaken im Infight Vorteile.

Im neunten Durchgang ging Giacobbe Fragomeni in der neutralen Ecke nach einem linken Haken zur Schläfe zu Boden und wurde angezählt. Krzysztof Wlodarczyk setzte nach, so dass der 39-Jährige nach einer Schlagkombination erneut in den Ringstaub musste. Doch der Ringrichter sah dabei ein Nachschlagen des Polen, als Fragomeni bereits am Boden war. Obwohl der Italiener aufgrund von Treffern in den Ringstaub musste, zählte er ihn nicht an.

Skandalös: Stattdessen gab der Referee dem WBC-Champion sogar noch zusätzliche Zeit, um sich von der Aktion zu erholen. Im elften Durchgang fand sich der Titelverteidiger noch einmal im Ringstaub wieder. Diesmal war ein Stolperer die Ursache. Da Wlodarczyk auch in den letzten drei Minuten kein weiterer, zählbarer Niederschlag glückte, mussten am Ende die Wertungszettel über den Ausgang entscheiden.

Ein Punktrichter sah den Pflichtherausforderer aus Polen vorne. Ein anderer punktete für Fragomeni, der dritte Mann am Ring wertete das Aufeinandertreffen unentschieden. Somit kassierte Wlodarczyk zwar keine Niederlage, doch dem Regelwerk entsprechend reichte dem Mailänder Fragomeni das schmeichelhafte Unentschieden, um seinen WBC-Titel im Cruisergewicht zu verteidigen.

zurückFrank Bleydorn, 17.05.2009

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