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Interview mit Ulli Wegner

Vor dem Duell Abraham vs. Sjekloca

Ulli Wegner (Foto: IB)Ulli Wegner (Foto: IB)

Der 3. Mai rückt immer näher! Für die erfolgreiche Titelverteidigung im Berliner Velodrom schuftet WBO-Champion Arthur Abraham momentan im Trainingslager in Kienbaum – immer unter den wachsamen Augen von Trainer-Legende Ulli Wegner. Der 71-Jährige führte „King Arthur“ zuletzt wieder auf den WM-Thron. Und auf dem soll er nach Ansicht seines Coaches auch noch eine Weile sitzen! Im Interview spricht Wegner über die Einstellung seines Schützlings, die Qualitäten von Gegner Nikola Sjekloca und wie lange er den Trainerjob noch ausüben möchte.

Herr Wegner, hätten Sie je gedacht, dass "Zuverlässigkeit" in einem Atemzug mit dem Namen "Arthur Abraham" genannt werden könnte?
Ulli Wegner: Arthur ist nicht immer leicht zu handhaben, doch mit dem Alter wächst man bekanntlich als Persönlichkeit. Viel mehr möchte ich dazu nicht sagen. Wenn es zuletzt darauf ankam, konnte ich mich voll auf ihn verlassen. So hat sich Arthur den WBO-Gürtel zurückgeholt und so wird er ihn am 3. Mai erfolgreich verteidigen.

Wieso glauben Sie hat im Kopf Ihres Schützlings ein Umdenkprozess eingesetzt?
Ulli Wegner: Er hat begriffen, dass seine Karriere zum jetzigen Zeitpunkt fast vollständig vom Erfolg abhängig ist. Dementsprechend trainiert Arthur meiner Ansicht nach bewusster – er weiß, worauf es ankommt. Im Trainingsprozess habe ich nicht viel geändert. Ich glaube jedoch, dass ich den Jungen besser erreiche – das Alter macht ihn wohl wirklich weiser.

Am 3. Mai lautet der Gegner Nikola Sjekloca. Kommt dessen Stil Abraham entgegen?
Ulli Wegner: Der Mann ist hungrig und will den WM-Titel unbedingt, das habe ich auf der Pressekonferenz Anfang April gemerkt. Physisch stellt Sjekloca schon eine Herausforderung dar, das habe ich in seinem Kampf gegen Sakio Bika gesehen und der hatte Markus Beyer 2006 schon echt gefordert. Das ist kein Kampf, den Arthur mit halber Kraft bestreiten darf. Doch das weiß er selbst am besten und so wird er sich im Ring präsentieren.

Das spricht für einen Kampf über zwölf Runden...
Ulli Wegner: Wir bereiten uns konditionell wie taktisch immer auf ein Duell über die volle Distanz vor. Das konnte man ja letztes Mal gut gegen Stieglitz bewundern. Da hat Arthur zum Schluss noch einmal aufgedreht und hätte so fast noch den vorzeitigen Erfolg errungen. Ob es diesmal zum K.o. reicht, möchte ich nicht prophezeien. Ich weiß nur eins: Arthur muss die Boxfans weiterhin begeistern, denn nur mit guten Leistungen lockt man das Publikum in die Hallen und an die TV-Geräte.

Sie sagten auf der ersten Pressekonferenz zum WM-Kampf Anfang April, dass Sie sich freuen, nochmals in Berlin einen Ihrer Boxer in der Ecke zu betreuen. Das muss ja nicht heißen, dass es das letzte Mal für Sie in der Hauptstadt ist...
Ulli Wegner: Das soll es auch keinesfalls. Ich wollte nur meine Freude zum Ausdruck bringen, wieder daheim in Berlin einen meiner Schützlinge zu betreuen. Mein Vertrag mit Sauerland Event läuft noch über anderthalb Jahre. Und wer weiß, vielleicht mache ich darüber hinaus noch weiter. Die Zukunft ist noch lange nicht geschrieben.

Zumal Arthur Abraham ja schon des Öfteren betonte, dass er als Weltmeister am liebsten in Berlin antritt.
Ulli Wegner: Dann habe ich bei einem Sieg am 3. Mai ja keine andere Wahl, als demnächst wieder in Berlin in seiner Ecke zu stehen. Wir sind hier beide zuhause und in der Heimat ist es bekanntlich am schönsten.

zurückIngo Barrabas, 23.04.2014

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