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Interview mit Enzo Maccarinelli

Vor dem Duell gegen Jürgen Brähmer

In zehn Tagen kommt etwas Großes auf Jürgen Brähmer zu. Bei seiner ersten Titelverteidigung trifft der 1,81 Meter große WBA-Weltmeister im Halbschwergewicht auf den 12 Zentimeter größeren Enzo Maccarinelli. Der Waliser, dessen Landsleute Lewis Rees und Liam Williams ebenfalls in der Stadthalle Rostock boxen werden, war bereits Weltmeister im Cruisergewicht. Doch heruntergehungert hat er sich keinesfalls, wie er im folgenden Interview bestätigt. Man erfährt außerdem, was für den 33-jährigen Schützling von Trainer Gary Lockett der Schlüssel zum Erfolg über Brähmer darstellen soll - doch lesen Sie selbst...

Herr Maccarinelli, ist es richtig, dass Ihr Spitzname „Big Mac“ lautet?
Enzo Maccarinelli: Ich wurde „Big Mac“, „Der Stolz von Wales“ und vieles andere genannt. Ich bin einfach nur Enzo Maccarinelli und das Einzige, was ich nach dem 5. April neben meinem Namen lesen will, ist „WBA-Weltmeister“.

„Big Mac“ wäre bei Ihrem Karriereverlauf auch recht irreführend, denn Sie haben Ihre bisher größten Erfolge im höheren Cruisergewicht errungen...
Enzo Maccarinelli: Haha, trotz guten Appetits hatte ich selbst damals als WBO-Weltmeister nie Probleme das Gewichtslimit einzuhalten - es war eher anders herum. Ich bin fast immer mit fünf Kilo weniger als meine Gegner in den Ring gestiegen. Im Halbschwergewicht fühle ich mich richtig aufgehoben - ich bin immer noch sehr schlagkräftig...

und sogar schneller geworden...
Enzo Maccarinelli: Ich glaube schon. Jürgen ist ein echt cleverer und trickreicher Bursche im Ring. Als Amateur hat er einige Leute geschlagen, die später zu Legenden wurden, z.B. Ricky Hatton. Doch ich habe nicht nur ein Ass im Ärmel, um den Sieg gegen ihn davonzutragen...

Dann decken Sie doch bitte Ihre Karten auf, Herr Maccarinelli...
Enzo Maccarinelli: Nicht so voreilig! Meine Strategie verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht. Nur so viel: Mein Trainer Gary Lockett, ehemaliger WM-Herausforderer im Mittelgewicht, hat meinen Stil perfektioniert - nicht nur hart zuschlagen, sondern auch intelligent boxen. Und zudem hatte ich das große Privileg, mit dem wohl besten Rechtsausleger aller Zeiten zu sparren: Joe Calzaghe!

Ist die walisische Box-Legende Joe Calzaghe Ihr großes Vorbild?
Enzo Maccarinelli: Nein, das ist und wird für immer mein Vater bleiben. Leider ist er viel zu früh verstorben. Ihm werde ich den Sieg über Brähmer widmen.

Auf der ersten Pressekonferenz war die Rede davon, dass Sie mit einer großen Unterstützung von Fans aus Ihrer Heimat Wales rechnen. Wird Sie der Jubel der eigenen Fans noch mehr anspornen, die Weltmeisterschaft zu gewinnen?
Enzo Maccarinelli: Ach wissen Sie, ob zwei oder zwanzigtausend Fans - ich bin erfahren genug, das ganze Drumherum auszublenden, um mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und das ist Jürgen Brähmer zu schlagen.

Es kam bereits auf besagter Pressekonferenz zur ersten Gegenüberstellung zwischen Ihnen und Jürgen Brähmer. Konnten Sie dort schon etwas in seinen Augen lesen?
Enzo Maccarinelli: Natürlich, dass er mir den Titel keinesfalls kampflos überlassen will. Doch ich sage Ihnen jetzt, wieso ich so fest an meinen Sieg glaube: Es gibt wohl nur wenige Boxer, die so viel Herz wie ich besitzen. Am Ende wird es darum gehen, wer von uns beiden den Sieg mehr will und ich glaube, dass ich das sein werde.

zurückIngo Barrabas, 26.03.2014

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