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Über Andreas Schnieders

Das Portrait

Andreas Schnieders (Foto: Schnieders)Andreas Schnieders (Foto: Schnieders)

Die Erinnerungen an Personen verbindet man oft mit wenigen, dafür aber speziellen Informationen. Oft genug finden nur markante Wahrnehmungen den Weg in das Langzeit-Gedächtnis. Mit dem Namen des früheren Amateuerboxers Andreas Schnieders dürften nicht wenige Menschen Begriffe wie schwere Niederlagen oder angegriffener Gesundheitszustand in Verbindung bringen.

Das ist schon überraschend, denn der blonde Hüne aus dem Emsland prägte und polarisierte über Jahre hinweg die nationale Szene im Super-Schwergewicht. Selbst bei eingefleischten Fans der Profiszene weckte der 2,04 Meter große Boxer Interesse. Auch wenn es für den ganz großen Durchbruch aus den unterschiedlichsten Gründen nicht geklappt hat, kann Schnieders auf eine erfolgreiche Laufbahn zurückblicken. Er gewann 1991 bei den Europameisterschaften die Silbermedaille, bei den Olympischen Spielen 1988 unterlag er im Kampf um Bronze. Stolze sechs Mal in Folge, in den Jahren 1987 bis 1992, gewann er den Deutschen Meistertitel.

In Seoul feierte Schnieders gegen einen Mega-Star einen Erfolg, wenn auch in einer nicht-olympischen Sportart. In einer der Trainingsstätten traf man auf einer Hochsprungmatte auf kanadische Sprinter, einer davon Ben Johnson. Ein Wort gab das andere. Mit dem Goldmedaillien-Anwärter verständigte sich Schnieders schließlich auf einen Wettbewerb im Armdrücken. Johnson, der kurz nach seinem Erfolg im 100 Meter Lauf für einen der größten Doping-Skandale der olympischen Geschichte sorgte, unterlag.

Seinen Spitznamen „Drago“ hatte Schnieders seit Mitte der 1980er Jahre weg. Den verdankte er einem Kinofilm und dem Haarerlass der Deutschen Bundeswehr. Als sich Schnieders beim Militär verpflichtete,  war Kurzhaarschnitt angesagt. Etwa Zeitgleich kam der Film „Rocky IV“ mit Sylvester Stallone und Dolph Lundgren in den Hauptrollen in die Kinos. Als Schnieders in der Türkei an einem Boxturnier teilnahm, baten auffällig viele Fans und andere Sportler um ein Autogramm. „Die Verblüffung war groß, als sie meinen Namen sahen. Einige machten mich daraufhin auf die Ähnlichkeit zu Dolph Lundgren aufmerksam, der bekanntlich als Ivan Drago gegen Rocky boxte.“ erinnert sich Schnieders rückblickend. „Meine Freunde haben mich während dieser Reise nur noch Drago gerufen, der Name blieb schließlich.“

Sein Weg führte ihn vom SV Haselünne über den VFL Oldenburg schließlich 1987 in die erste Bundesliga zum BSK Ahlen. Sechs Jahre zuvor hatte dort der schillernde Egon Kaderka den Vereinsvorsitz übernommen – und mit der Verpflichtung nationaler Größen den Grundstein für zwei Club-Meisterschaften gelegt. 1992 wechselte Schnieders zum Boxring Berlin und ließ seine Karriere 1994 beim Velberter Box-Club ausklingen.

Er gewann u.a. gegen Luan Krasniqi, Attila Fahnert, Bert Teuchert, Frank Zegel, Timo Hoffmann, Willi Fischer, Peter Hrivnak oder Arnold Vanderlijde. Den stark eingeschätzten Holländer stoppte er 1992, unterlag dann aber eine Woche später Willi Fischer durch K.o.. Danach gab es viele Berichte über einen angeschlagenen Gesundheitszustand von Schnieders, der wenig später durch eine persönliche Fehlentscheidung sein bereits gelöstes Ticket für die Olympischen Spiele 1992 in Barcelona verlor, als er  entgegen dem Rat seines Trainers in der Bundesliga gegen Zeljko Mavrovic antrat – und erneut vorzeitig unterlag. Er boxte zwar weiter, aber mit mäßigem Leistungen. „Ich war nicht mehr richtig bei der Sache“ sagt er heute.
Er erkannte, dass es nicht mehr für die ganz großen Erfolge reichen würde. Und suchte eine Tätigkeit für die Zeit nach der Box-Karriere. So sattelte er im Jahr 1993 um. Eine Regelung der Bundeswehr, bei der er lange in der Sportfördergruppe war, ermöglichte ihm die finanzielle Unterstützung bei einer Ausbildung zum Groß und Außenhandelskaufmann.

Warum gerade im Herbst seiner Laufbahn so viele negative Berichte über ihn die Runde machten, ist Schnieders egal. „Darüber habe ich damals nicht nachgedacht und will es heute auch nicht.“

Während für einige seiner oben genannten Gegner ein Wechsel zu den Profis folgte und lukrative Kämpfe, trat Schnieders rurück. „Ein Wechsel zu den Profis war kein Thema“ so der frühere Vize-Europameister.  „Ich hatte in den Jahren viel Verletzungspech, musste mich oft operieren lassen. Der Körper hätte sowieso nicht mehr mitgemacht“ ist sich Schnieders sicher. Überhaupt äußert sich der Schwergewichtler erstaunlich offen über seine größte Schwäche. „Ich war mental nicht immer voll auf der Höhe und dem Druck dann nicht gewachsen.“
Schnieders blieb aber dem Sport erhalten, machte den Trainerschein und arbeitete in seiner Freizeit zunächst in Haselünne mit Kindern und Jugendlichen. Später wechselte er nach Lingen, wo er heute mit seiner Frau und zwei Kindern lebt. Er arbeitet seit achtzehn Jahren beim Werkschutz im Kernkraftwerk Emsland in Lingen.

„Ich war kein Superheld, aber solide Ergebnisse habe ich vorzuweisen“ sagt der Ex-Boxer rückblickend bescheiden und sympathisch.
Die Fakten bestätigen dies: Schnieders betritt während seiner Laufbahn 174 Kämpfe, 143 Mal stieg er als Sieger aus dem Ring.

Es gibt also genug markante Informationen über den früheren Amateuer-Boxer, die es wert sind, im Langzeit-Gedächtnis abgespeichert zu werden.

Alles Gute, Andreas Schnieders.

zurückIngo Barrabas, 16.02.2014

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