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Fury nach Punkten
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Interview mit Arthur Abraham

Vor dem Duell gegen Robert Stieglitz

Arthur Abraham (Foto: IB)Arthur Abraham (Foto: IB)

Der 23. März soll für Arthur Abraham (36-3, 28 K.o.´s) wieder ein glorreicher Tag werden. Dann trifft er in der GETEC-Arena in Magdeburg erneut auf Robert Stieglitz (43-3, 24 K.o.´s). Im August letzten Jahres konnte der aktuelle WBO-Weltmeister im Super-Mittelgewicht seinem Kontrahenten daheim in Berlin den Titel entreißen. Was das Publikum beim Rematch vom 33-jährigen WBO-Champion erwarten darf, verrät Abraham im Interview.

Herr Abraham, zuletzt haben Sie im Dezember gegen Mehdi Bouadla vorzeitig gewonnen. Wie zufrieden waren Sie mit Ihrem ersten Auftritt als Super-Mittelgewichts-Weltmeister?
Arthur Abraham: Ich war recht zufrieden mit meiner ersten Titelverteidigung als WBO-Champion. Es gab zwar Kleinigkeiten, die ich hätte besser machen können. Aber im Großen und Ganzen war das schon eine gute Leistung von mir im Ring. Ich habe in der Vorbereitung auf den Kampf in Nürnberg genaue Vorgaben von Herrn Wegner bekommen und habe scheinbar viele von diesen erfüllt. Beklagt hat er sich danach jedenfalls nicht bei mir.

Am 23. März werden Sie Robert Stieglitz zum zweiten Mal gegenüberstehen. Gibt es eigentlich noch etwas, mit dem Sie ihn oder er Sie überraschen kann?
Arthur Abraham: Ich habe im ersten Duell mit Stieglitz noch nicht alle Pfeile aus meinem Köcher verschossen. Bei ihm hingegen sieht das vielleicht anders aus. Ich kann Robert Stieglitz schon jetzt sagen: Unser Rückkampf wird auf jeden Fall härter werden als der erste Fight. Ich trainiere für dieses Aufeinandertreffen genauso hart, wenn nicht härter. Das Publikum verdient schließlich beste Unterhaltung. Dafür quäle ich mich gerne.

Können Sie sich speziell auf Ihren Gegner einstellen?
Arthur Abraham: Sicherlich habe ich ihn schon besiegt und kenne daher den Schlüssel, um es auch ein zweites Mal zu schaffen. Stieglitz wird nicht viel an der Art und Weise ändern können, wie er boxt. Aber ich darf ihn nicht unterschätzen. Schließlich hatte er den WM-Titel mehrmals verteidigt, bevor ich ihn geschlagen habe. Sein Ehrgeiz, sich den Gürtel zurückzuholen, wird da sein. Ich werde mich daher mit meinem Trainer wieder hinsetzen und eine Taktik ausarbeiten, die uns zum Erfolg führt.

Fühlen Sie sich besser vorbereitet, als vor Ihrem ersten Duell gegen Stieglitz?
Arthur Abraham: Ich fühle mich auf jeden Fall genauso gut vorbereitet, wie vor unserem ersten Kampf. Der Trainer und mein ganzes Team geben mir das Gefühl, dass ich ihn wieder schlagen kann. Ich bin noch nicht am Ende meines Weges angekommen und möchte den Titel noch einige Male verteidigen. Meine Form und Motivation sind ein wichtiger Baustein, so dass ich auch nach dem 23. März noch Weltmeister sein werde.

Gehen Sie als Titelverteidiger mit einer anderen Einstellung in den Kampf gegen Stieglitz? Beim ersten Duell waren Sie ja der Herausforderer…
Arthur Abraham: Ich gehe immer mit der Einstellung in den Kampf, dass ich danach den Ring als Sieger verlasse. Wenn ich anders denken würde, müsste ich erst gar nicht boxen. Sicherlich ist man als Weltmeister in einer anderen Position, als wenn man jemanden herausfordert. Ich kenne beide Seiten und weiß daher, dass Stieglitz den Hunger hat, sich den Titel zurückzuholen. Ich will diesen Gürtel aber nicht aus der Hand geben. Mein Wille und meine Siegermentalität sind einfach stärker.

Wie hart schlägt eigentlich Robert Stieglitz? Müssen Sie sich vor seiner Schlagkraft in Acht nehmen?
Arthur Abraham: Ich habe vor jedem meiner Gegner Respekt. Doch ich habe schon mit Gegnern im Ring gestanden, die eindeutig härter zulangen können als er. Er schmeißt nicht mit Wattebäuschchen, wie ich bei unserem ersten Kampf feststellen konnte. Aber die ganz große Power, die mir gefährlich werden kann, besitzt er nicht.

Der erste Kampf fand quasi in Ihrem Wohnzimmer statt. Für den Rückkampf reisen Sie jetzt in die „Höhle des Löwen“ nach Magdeburg – ist das noch einmal eine besondere Herausforderung für Sie?
Arthur Abraham: Die Arena in Magdeburg ist ein Ort, an dem mein Trainer Ulli Wegner jahrelang mit Sven Ottke erfolgreich war. Ich bin überzeugt, dass mehr als die Hälfte der Fans in der Halle am 23. März hinter mir stehen werden. Außerdem ist Berlin nur einen Katzensprung entfernt. Ich werde Magdeburg für diesen Abend in meine Heimat verwandeln. Und die Leute, die mich vielleicht noch vorher ausbuhen, werde ich mit meiner Leistung im Ring überzeugen.

Im ersten Kampf haben Sie mit Ihrem Trainer Ulli Wegner die Strategie verfolgt, Stieglitz über zwölf Runden auszupunkten. Soll diesmal der vorzeitige Erfolg her?
Arthur Abraham: In aller erster Linie will ich gewinnen – da ist mir egal, ob es über die Punkte entschieden wird oder vorzeitig endet. Ein K.o. ist natürlich immer etwas Schönes, aber den kann man nicht planen. Ich bin noch nicht am Ende meiner Entwicklung als Boxer angekommen und kann mich steigern. Ich weiß, dass ich noch aggressiver in den Kampf gehen werde. Es wird ein noch intensiveres Gefecht und die Zuschauer werden sehen, ob mein Gegner dagegenhalten kann oder eben nicht.

zurückIngo Barrabas, 12.03.2013

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