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Umfrage

Ergebnisstand der aktuellen Umfrage:


Joshua vorzeitig
[ 7 Stimmen (38.89%)]

Joshua nach Punkten
[ 7 Stimmen (38.89%)]

Das Duell endet Unentschieden
[ 1 Stimme (5.56%)]

Fury vorzeitig
[ 2 Stimmen (11.11%)]

Fury nach Punkten
[ 1 Stimme (5.56%)]


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Über Andre Ward

Das Portrait

Andre Ward (Foto: Goosen)Andre Ward (Foto: Goosen)

Andre Ward. Gewinner des Super-Six Turniers. Weltmeister im Super-Mittelgewicht, aktuell Dritter in der P4P Rangliste von boxrec.com. Siege über Edison Miranda, Mikkel Kessler, Arthur Abraham, Carl Froch und zuletzt Chad Dawson. Das ist die Erfolgsbilanz des Olympiasiegers aus dem Jahr 2004 bei den Profis, der sich „Son Of God“ oder nur „SOG“ nennt. 

Und die Zukunftsaussichten von Ward sind glänzend. Das wird auch im Internet so gesehen. Der User HamburgBuam bringt es in einem deutschen Box-Forum für viele Fans auf den Punkt: „Der Mann hat das Potential, sich viele Jahre an der Spitze zu halten. Leider.“ In der Tat ist Andre Ward alles andere als beliebt. Er wird als Langweiler bezeichnet, gerne auch als B-Hop 2.0, also als Wühler und Stinker des Internetzeitalters. Richtig herausragende Eigenschaften hat Ward nicht. Dazu gilt er nicht als überdurchschnittlich schlagstark. Aber er ist ein guter Boxer, ausgestattet mit einem guten Auge und einer guten Technik. Reicht das für die oben genannten Erfolge? Was sind dann die Erfolgsgeheimnisse des US-Amerikaners? Kann er nichts besonders gut, aber das perfekt?

Möglicherweise haben seine Erfolge mit einer unglaublichen mentalen Stärke und Cleverness zu tun. Was viele Fans als Arroganz empfinden, ist möglicherweise Teil seiner Berufsauffassung. Privat soll Ward jedenfalls ein liebenswerter und lockerer Typ sein. Wenn es ums Boxen geht, stellt „SOG“ das Selbstvertrauen gerne zur Schau und versteht das Geschäft der psychologischen Kriegsführung perfekt. Und sorgt mit kleinen Nadelstichen möglicherweise für die ein oder andere Verunsicherung bei seiner Gegnerschaft. Als Ward einmal einen Gegner nach dem Wiegen im Hotelfoyer traf, ging er ganz langsam hinter ihm vorbei. Der Spruch, da passte keine Zeitung mehr dazwischen, verdeutlicht die Ausmaße, mit denen Ward die Nähe zu dem Rücken seines Gegners suchte. Der blickte anschließend etwas verunsichert dem davon schwebenden Ward nach. Dreistigkeit siegt. Was wäre gewesen, wenn der Gegner die Provokation geahnt und für sich genutzt hätte. Einen kleinen Schritt zurück, ein Rempler, „Hey, was gehst du so hinter meinem Rücken her. Ich zeige es dir morgen.“ Vielleicht wäre Ward nach dieser Ansage nicht so siegessicher in sein Hotelzimmer gegangen. So geht das bei allen sich bietenden Gelegenheiten. Immer und immer wieder zeigt Ward sein Selbstvertrauen oder straft seine Gegner mit Nichtbeachtung. Je nachdem, wie es die Situation erfordert. Er ist perfekt auf diesem Gebiet.

„Andre ist absolut diszipliniert und sein ganz großer Vorteil ist, dass er taktische Marschrouten bestens umsetzen kann“ sagte sein Trainer Virgil Hunter vor einem Super-Six Kampf. „Er setzt Vorgaben sofort um, kann aber jederzeit auf eine andere Taktik umschwenken. Es gibt nicht nur Plan A, sondern bei Andre auch einen Plan B,C und D“ so der Trainer. Wenn er seine Kontrahenten nicht mit seinen boxerischen Mitteln dominieren und mental zerbrechen kann, arbeitet Ward gerne am Rande der Legalität, nutzt kleinere Regelwidrigkeiten um sich Vorteile zu verschaffen. Im Duell gegen Darnell Boone musste Ward im Jahr 2005 einen schweren Knockdown verdauen. In der vierten von sechs Runden traf Boone mit einer Rechten und einem Aufwärtshaken, worauf Ward zu Boden ging. Die letzten Sekunden dieser Runde überstand ein immer noch angeschlagener Ward mit Halten und Klammern. Und gewann am Ende nach Punkten. Clever, haben andere Champions vor ihm auch schon so gemacht.

Noch cleverer und effektiver ist aber das kleine Kino: Wenn „SOG“ einen Wirkungstreffer erhält, kann er schon mal mit einem Tiefschlag antworten. Nichts Schlimmes, vermutlich nicht mal vor dem Fernseher wahrzunehmen. Aber der Gegner ist erstmal wieder aus dem Konzept. Genauso wie bei den „unabsichtlichen“ Kopfstößen, oder dem Halten und Klammern. Fast könnte man den Eindruck haben, Ward arbeite nach dem Prinzip, was im Ring nicht unterbunden wird, ist erlaubt. Es ist aber nicht unsympathisch. Boxen ist ein hartes Geschäft. Vielleicht ist Ward nur eine Spur abgebrühter, als andere Boxer. Oder rücksichtsloser. Je nach Sichtweise. Möglicherweise müssten sich die Ringrichter auf diese Taktiken des Andre Ward einstellen. Und entgegen sonstigen Gepflogenheiten schon nach zwei oder drei dieser Aktionen eine Verwarnung aussprechen, wenn sie Absicht hinter den Regelverstößen sehen.

Aber die Vorbereitung sollte man auch nicht vergessen. „Andre hat ein großen Siegeswillen und bereitet sich stets sehr gewissenhaft auf seine Kämpfe vor. Er trainiert fleißig und studiert seine Gegner ganz genau.“ sagte vor einem Jahr ein Funktionär. Es sind also auch ganz handwerkliche Tugenden, die Andre Ward Erfolg bescheren. Fleiß und Strebsamkeit.
Manchmal sind es auch im Internetzeitalter ganz konservative Tugenden, die erfolgreich sind.

zurückIngo Barrabas, 06.12.2012

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