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Lomachenko vorzeitig
[ 2 Stimmen (33.33%)]

Lomachenko nach Punkten
[ 3 Stimmen (50.00%)]

Das Duell endet Unentschieden
[ 0 Stimmen (0.00%)]

Rigondeaux vorzeitig
[ 0 Stimmen (0.00%)]

Rigondeaux nach Punkten
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K.o. Feeling

Eine Geschichte über Knockouts

Ein angeschlagener Boxer (Foto: Wende)Ein angeschlagener Boxer (Foto: Wende)

Einer der beiden verbittert kämpfenden Halbschwergewichtler hatte für einen Moment nicht aufgepasst, als ein unerwarteter Treffer an seiner Kinnspitze einschlug. Der Gastboxer Terron Daniels fiel wie in Zeitlupe nach hinten, schlug mit dem Kopf auf dem Ringboden auf und wurde liegend ausgezählt. Während sich die Betreuer und Ärzte um den mittlerweile wieder ansprechbaren Boxer kümmerten, ließ sich Lokalmatador Lukas Schönhofen von seinen Anhängern feiern.

Für Boxfans ist der Knockout ein Highlight! So wie in unserer Fiktion oben. Ein Schlag dieser Sorte entscheidet einen Kampf, vielleicht sogar Karrieren. Plötzlich und unerwartet. Die sportlichen Folgen für Sieger und Besiegte lassen sich anhand des weiteren Karriereverlaufs im Kampfrekord leicht nachvollziehen. Oft bleibt der Nachwelt auch die Gefühlswelt beider Boxer nach einem Knockout dank diverser Interviews erhalten. Was aber selten hinterfragt wird: Was fühlte der Verlierer bei dem entscheidenden Treffer? box-news.de ist dieser Frage nachgegangen.

Zuerst aber die graue Theorie: Es gibt sogenannte K.o. Punkte. Bei einem harten und präzisen Treffer auf einen dieser Punkte wird das Bewusstsein des Getroffenen mehr oder weniger massiv ausgeschaltet, d.h. es droht ein K.o..

Schläfen: Durch den Schlag kommt es zu einer Erschütterung des gesamten Schädels. Dies kann Benommenheit und kurzfristige Bewusstseinstrübung auslösen. Eine entsprechende Erschütterung des Gleichgewichtsorgans verstärkt die Schlagwirkung.

Kinnspitze: Ein Treffer hat im Prinzip die gleiche Wirkung wie oben beschrieben, nur ist die Wirkung oft noch stärker.

Halsseite: Dadurch erfolgt eine direkte Beeinflussung der das Gehirn versorgenden Blutgefäße. An der Halsseite liegen Nervenzentren die die Regulierung der Herz- und Kreislauftätigkeit entscheidend beeinflussen. Ein Treffer auf diese Partie bewirkt eine kurzfristige Drosselung der Gehirndurchblutung und durch Reiz Kreislaufbeeinflussung.

Kehlkopf: Ein Treffer birgt die Gefahr des Stimmritzenkrampfes und Atemnot. Herz: Eine direkte Schlagwirkung auf die Herzgegend führt zu Erschütterung des Herzens mit Störungen seiner Tätigkeit im Sinne unregelmäßigen Schlagfolge und sekundärer Wirkung auf den gesamten Kreislauf.

Solar Plexus: Ein Schlag in die unterhalb des Brustbeins befindliche Gegend führt zu einer Reizung des von der Wirbelsäule liegenden Nervenzentrums. Dadurch kann eine Herabsetzung der Herztätigkeit erfolgen, die oft zu anhaltender Ohnmacht führt.

Milz: Die Milz ist ein stark durchblutetes Organ. Genau gezielte Schläge darauf führen zu einer stark spürbaren Stockung der Blutzufuhr und dadurch zu einer Störung der Nervenfunktion, die die Tätigkeit der inneren Organe steuern.

Magen: Ein Treffer führt zur Verkrampfung der Bauchdeckenmuskulatur. Diese Wirkung zeigt sich auch in der Zwerchfellmuskulatur. Durch eine Zwerchfellverkrampfung tritt vorübergehende Atemnot ein.

Leber: Ein Schlag auf die Leber führt zu einer Verkrampfung der Gefäßmuskulatur in diesem stark blutgefüllten Organ. Die Blutzufuhr wird zwar nicht gestört, der Weitertransport in der Leber stockt jedoch, wodurch der getroffene Boxer vorübergehend kampfunfähig wird.

Wie oben berichtet, gibt es K.o. Punkte am gesamten Oberkörper. So unterschiedlich die Punkte, so auch deren Wirkung. Ein Schwergewichtler, der an der Halsseite getroffen wurde, berichtete von einem brutalen Schmerz, der am Kopf begann und bis ins Rückenmark eindrang. Wie bei dem Einschlag einer Spitzhacke habe er sich gefühlt, die Sternchen erhellten den Moment der Dunkelheit. Als wieder Licht an seine Augen drang, fand er sich auf dem Ringboden wieder. Beim Auszählen fühlte der Angeschlagene noch die totale Benommenheit, war nicht Herr seiner Sinne und seine Beine waren immer noch wachsweich.

Ein an der Schläfe getroffener Boxer fühlte einen warmen, weichen Schwall, der von den Füßen durch den Körper bis zum Kopf drang. Er spürte, dass seine Muskulatur locker und weich wurde, wie seine Beine... Der Halbschwergewichtler dachte in diesen Sekundebruchteilen an den drohenden Niederschlag und seine Fans. In der aufgetretenen Dunkelheit suchte er mit seinen Armen nach seinem Gegner, allerdings vergebens. Rückwarts fiel der Boxer auf den Hosenboden, konnte sich erst nach dem Auszählen erheben, war danach aber wieder völlig klar. "Das Gefühl war kurios. Fast vergleichbar mit einem Orgasmus" berichtete der Fighter rückblickend.

Ähnlich sieht es ein Cruisergewichtler, der wegen mehrerer schnell aufeinanderfolgender Kopftreffer zu Boden musste. Schmerzen habe er keine verspürt, eher die plötzlich auftretenden und mit jedem Treffer schlimmer werdenden Gleichgewichtsstörungen. Rückblickend meinte sich der Boxer noch zu erinnern, wie er vergeblich versuchte wieder "klar" zu werden, so unachtsam und offen für neue Treffer wurde, bis schließlich die Beine ihren Dienst versagten.

Ein Mittelgewichtler, der von einem präzisen Schlag zum Kinn niedergestreckt wurde, berichtet, er habe sich nach einem kurzen Moment der Dunkelheit wie ein Besoffener gefühlt, der am Stammtisch umgefallen sei. Trotz mehrmaliger Bemühungen sei er einfach nicht hochgekommen, habe das Zählen des Ringrichters verschwommen wahrgenommen. An Schmerzen kann sich dieser Boxer nicht erinnern.

Die Körper K.o.'s werden durch die Bank als besonders schmerzhaft beschrieben. Die plötzlich auftretende Atemnot sei besonders unangenehm. Wie zugeschnürt sei die Kehle gewesen, berichteten zwei Boxer. Den Einschlag des Handschuhs hätten sie kaum gespürt, die kurze Zeit später einsetzende Wirkung aber umso mehr... Man könnte bei dem Schmerz schreien, aber man habe einfach keine Luft dafür. Ein Boxer verglich den Schmerz mit dem Hammerschlag auf einen Fingernagel.

Weit weniger wertvoll sind die Aussagen von Boxern, die deutlich über die 10 Sekunden K.o. gegangen sind. An den vernichtenden Schlag kann sich keiner erinnern, manchmal ist kurz vor der entscheidenden Runde Ende. Oft erinnern sich diese Kämpfer nicht mal mehr an den Einlauf.... Das kommt aber auch nicht von ungefähr, "denn bei einem Kopf K.o. liegt oft eine starke Gehirnerschütterung mit länger anhaltender Bewusstlosigkeit vor" so ein Ringarzt. Nicht umsonst gibt es Schutzsperren... Besonders erwähnenswert sei hier, dass "Menschen mit einer schweren Gehirnerschütterung durch die Bewusstlosigkeit den Grund der Verletzung selbst nicht in Erinnerung haben und so auch keine Angst verspüren. Es handelt sich dabei also um einen Schutzmechanismus des Menschen".

So unterschiedlich das K.o. Feeling auch sein mag. Es ist das Gefühl der Niederlage!

zurückIngo Barrabas, 26.07.2012

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