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Dustin Dirks gegen Thomas Ulrich

Am 05. Mai in Erfurt

Dustin Dirks (Foto: Sauerland)Dustin Dirks (Foto: Sauerland)

Noch ein interessantes Duell am 5. Mai in Erfurt: Im Halbschwergewicht treffen mit Dustin Dirks und Thomas Ulrich zwei deutsche Kämpfer aufeinander. Dirks hat mit 23 Siegen aus 23 Profikämpfen (davon 17 durch K.o.) eine bislang makellose Bilanz vorzuweisen. Zuletzt zeigte seine Formkurve steil nach oben. Ulrich kassierte hingegen im April letzten Jahres eine überraschende Niederlage gegen den Litauer Sergej Rozvadovskij. Damit stehen bei dem früheren Europameister 32 Erfolge (davon 22 durch K.o.) und sechs Niederlagen aus 38 Profikämpfen zu Buche. Der Kampf in der Messehalle in Erfurt soll jetzt zeigen, mit wem zukünftig zu rechnen ist.

Bisher stand das Aufeinandertreffen der beiden Kämpfer allerdings nicht gerade unter den besten Vorzeichen. Denn der Halbschwergewichts-Fight musste bereits zweimal verlegt werden. Zunächst sagte Ulrich den ursprünglich für den 14. Januar geplanten Kampf ab. Der frühere Halbschwergewichts-Europameister zog sich in der Sparringsphase vor dem für Offenburg angesetzten Kampf eine Fraktur am linken Auge zu. „Das war ein Bruch am Augenhöhlenknochen. Letztendlich sah das aber schlimmer aus als es war. Doch ich konnte natürlich nicht in den Ring steigen. Mit dem Training brauchte ich generell trotzdem nicht aussetzen, denn ich konnte schon damals weiterhin Läufe absolvieren“, erinnert sich Ulrich.

Für den 36-Jährigen steht in Erfurt eine Menge auf dem Spiel. Außerdem weiß der frühere WM-Aspirant und Ex-Europameister, dass ihm mit Dirks ein schlagkräftiger Widersacher gegenübersteht. „Das ist ein sehr starker Junge, vielleicht sogar der kommende Mann im Halbschwergewicht“, sagt der Schützling von Trainer Ali Yildirim. „Doch wenn ich es schaffe, nur 80 Prozent meines Könnens abzurufen, dann kann es nach wie vor für einen guten Mann, wie Dirks es ist, reichen.“ Ähnlich zuversichtlich geht Coach Ali Yildirim an das Aufeinandertreffen heran: „Thomas ist für mich noch immer ein Naturtalent. Wenn er einfach boxt und der Kopf mitspielt, kann er mit jedem Boxer auf der Welt mithalten.“

Auf die leichte Schulter nimmt Dustin Dirks seinen Gegner keinesfalls. Der Schützling von Trainer Otto Ramin musste bei der zweiten Ansetzung des Fights für den 31. März in Kiel passen. „Erst hatte ich eine fiebrige Erkältung. Dann bekam ich beim Sparring einen Kopfstoß und eine riesige Beule. Ich hatte starke Kopfschmerzen. Später stellte sich heraus, dass auch noch ein Nackenwirbel ausgerenkt war. Doch jetzt ist alles wieder in Ordnung. Ich will unbedingt gegen Thomas Ulrich boxen. Schließlich ist das ein großer Name. Noch nie habe ich gegen einen so bekannten Boxer im Ring gestanden“, so der 23-jährige Dirks.

Obwohl beide Kontrahenten gebürtig aus Berlin kommen und beim gleichen Team unter Vertrag stehen, gehe es für ihn in diesem Duell nicht ums Prestige. „Ich behandle jeden Gegner mit dem gleichen Respekt. Daher ist es erst einmal ein Kampf wie jeder andere auch. Es gibt Leute, die sagen, Ulrich hätte seinen Zenit überschritten. Aber ich glaube, dass ich auf alles gefasst sein muss“, warnt Dirks. Er fährt fort: „Zuletzt hat Thomas Ulrich vielleicht einfach nur einen schlechten Tag erwischt. Gegen mich kann das schon wieder ganz anders aussehen. Ulrich ist sehr beweglich. Dazu ist er in der Lage, schnelle Hände zu schlagen. Für uns beide ist der Kampf eine Standortbestimmung.“


Da die Berliner Halbschwergewichtler für den 5. Mai voll im Training stehen, sollte es im dritten Anlauf also endlich mit dem Fight klappen. Darüber hinaus bietet die Box-Nacht in Erfurt weitere Highlights: Marco Huck (34-2, 25 K.o.´s), der WBO-Weltmeister im Cruisergewicht, tritt zur Pflichttitelverteidigung gegen Interims-Champion Ola Afolabi (19-2-3, 9 K.o.´s) an. Im Super-Mittelgewicht bestreitet WBO-Titelträger Robert Stieglitz (41-2, 23 K.o.´s) seinen nächsten WM-Fight. Und im Schwergewicht können sich die Box-Fans auf den Kampf um die Europameisterschaft zwischen Kubrat Pulev (15-0, 7 K.o.´s) und Alexander Dimitrenko (32-1, 21 K.o.´s) freuen.

zurückIngo Barrabas, 16.04.2012

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