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Lomachenko nach Punkten
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Das Duell endet Unentschieden
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Interview mit Yoan Pablo Hernandez

Vor dem Duell gegen Cunningham

Yoan Pablo Hernandez (Foto: SE)Yoan Pablo Hernandez (Foto: SE)

Der Grat zwischen Genie und Wahnsinn, er ist oft schmal. Sollte Yoan Pablo Hernandez (24-1, 13 K.o.´s) seinen Kampf um die IBF-Weltmeisterschaft gegen den Titelverteidiger Steve Cunningham (24-2, 12 K.o.´s) am 1. Oktober im Jahnsportforum Neubrandenburg gewinnen, dann wäre er sicherlich im Cruisergewicht der Mann der Stunde. Doch wenn ihm das nicht gelingt, muss sich der Schützling von Trainer Ulli Wegner wieder ganz hinten anstellen. Ein schwerer und harter Weg würde ihm dann bevorstehen. Und das, obwohl er gerade erst im Februar gegen Steve Herelius die WBA-Interims-WM gewonnen hatte… 

Herr Hernandez, nach Ihrem letzten Sieg am 12. Februar feierten Sie ausgelassen mit Zigarre und einem Cuba Libre den Interims-WM-Titel der WBA. Werden wir nach Ihrem Kampf gegen Steve Cunningham ein ähnliches Bild sehen?
Ja, klar. So muss es sein. Und so wird es wieder sein. Aber mal im Ernst. Normalerweise lebe ich gesund. Die Zigarre war nur ein Ausdruck der Freude - eine Sieger-Zigarre.

Der letzte Kampf ist schon eine Weile her. Eine lange Wartezeit. Was ist passiert? 
Ich sollte ja schon öfter wieder boxen. Doch die für mich angesetzten Kämpfe wurden immer wieder abgesagt. Das hat schon genervt.

Wie haben Sie sich in der Zwischenzeit beschäftigt?
Ich war nach dem Kampf im Februar eigentlich ständig im Training, bin also topfit für den Kampf.

Und Sie hatten auch Zeit für die Familie. Sie sollen Besuch bekommen haben…
Ja, meine Mutter durfte zum ersten Mal nach Deutschland reisen. Das war sehr schön. Ich hatte sie über sechs Jahre nicht gesehen.

Eigentlich sollten Sie als WBA-Interims-Weltmeister gegen den amtierenden WBA-Champion Guillermo Jones antreten. Warum kam der Kampf nicht zustande?
So genau weiß ich nicht, was mit Guillermo Jones ist. Dazu sollte man besser ihn selbst fragen. Mal hört man, dass er Gewichtsprobleme haben soll. Mal hört man, er sei verletzt. Ich habe diese Warterei jetzt irgendwie satt. Deshalb bin ich ganz froh, dass ich gegen Cunningham boxen kann. Wenn ich da gewinne, bin ich Weltmeister - ohne wenn und aber.

Aber Steve Cunningham ist wohl der härtere Brocken, oder? 
Ich habe mich mit meinem Trainer Ulli Wegner sehr gut vorbereitet. Mir ist egal, wer mir im Ring gegenüberstehen wird.

Was halten Sie von Steve Cunningham?
Er ist ein sehr guter Boxer. Für mich ist dieser Kampf eine große Herausforderung und eine große Chance, mein Können unter Beweis zu stellen.

Und es geht um den IBF-Titel…
Genau den will ich haben!

Das wollten Ihre Stallgefährten Marco Huck und Enad Licina auch. Aber beide scheiterten. Haben Sie Angst davor, Cunninghams drittes Opfer zu werden?
Nein. Jeder Kampf ist anders. Für beide tut es mir leid, dass sie verloren haben. Aber vor allem der Kampf gegen Marco ist schon ein paar Jahre her. Wer weiß, ob das Ergebnis heute nicht anders aussehen würde. Aber dies wird mein Tag und der Kampf meines Lebens.

Ist der Kampf gegen Cunningham auch ein Kampf der Systeme: Kuba gegen die USA?
Nein, das wird ein Kampf zweier Boxer. Mehr nicht. Und obwohl ich in Kuba geboren wurde, bin ich längst auch in Deutschland zu Hause.

Wie sieht Ihre Taktik aus?
Cunningham ist schnell und erfahren, darauf muss ich achten. Herr Wegner und ich werden aber die Taktik vor dem Kampf nicht verraten, das ist doch klar.

Ist Steve Cunningham für Sie ein Stallgefährte oder eher der Feind?
Weder noch - im Ring ist er mein Gegner. Und den will ich besiegen.

Ihr Trainer Ulli Wegner sagt über Sie, dass Sie ein untypischer Kubaner seien. Was sagen Sie dazu?
Der Trainer hat immer Recht! Aber mal im Ernst. Ich denke, dass er meine ruhige und verlässliche Art und Weise damit meint.

zurückIngo Barrabas, 20.09.2011

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