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Über Alexander Povetkin

Vor dem Duell gegen Chagaev

Alexander Povetkin (Foto: SE)Alexander Povetkin (Foto: SE)

Alexander Povetkin war schon Olympiasieger und Weltmeister bei den Amateuren: Jetzt will er mehr! Der Mann aus Chekhov bei Moskau fegte innerhalb eines Jahres die amerikanische Schwergewichts-Elite (Larry Donald, Chris Byrd und Eddie Chambers) aus dem Ring. Dann sollte seine große Stunde schlagen. Doch der Kampf gegen Wladimir Klitschko kam bislang nicht zustande. Nun hat der Schwergewichtler aus dem Sauerland-Team eine weitere Chance. Doch dafür muss er am 27. August (ab 22.30 Uhr live im Ersten) in der Erfurter Messehalle Ruslan Chagaev im Kampf um WBA-Weltmeisterschaft schlagen.

Als Lohn winkt der WBA-Titel - und anschließend vielleicht die Klitschkos! Der sonst so schweigsame Povetkin hat sich verändert. Mehr Muskeln, dafür weniger Schweigen. Der in Kursk geborene Schwergewichtler absolviert momentan in Russland die letzten Sparringseinheiten, ehe es Anfang der kommenden Woche nach Erfurt geht. Seine Sparringspartner wünschen sich sehnlichst ein Ende der täglichen Tortour, Alexander Povetkin möchte am liebsten „schon morgen“ gegen Ruslan Chagaev im Ring stehen. Erfurt ist für den 31-jährigen Povetkin ein gutes Pflaster. Hier schlug er am 27. Oktober 2007 den Amerikaner Chris Byrd (durch technischen K .o. in der elften Runde). „Das war ein toller Kampf. Die Fans haben mich wahnsinnig unterstützt. Das war wie ein Heimspiel in Russland“, erinnert sich der Olympiasieger voller Freude. Die hat Povetkin sich hart zurückerkämpfen müssen. Denn nach den großen Fights aus den Jahren 2007 und 2008 gab es zwar keine sportlichen Niederlagen, aber andere Tiefschläge.

Povetkin: „Es hat sehr lange gedauert, bis der damalig angesetzte WM- Kampf gegen Wladimir Klitschko zustande kam, dann stoppte mich eine Verletzung in der Vorbereitung. Beim nächsten Mal kam der Kampfvertrag nicht zustande. Das war schlimm.“ Hinzu kam eine private Tragödie, die viel schlimmer war als jede sportliche Niederlage: Alexanders Vater Wladimir starb. „Ich habe lange gebraucht, bis ich das verarbeiten konnte“, sagt Povetkin. Freunde und Familie halfen dem ungeschlagenen Schwergewichtler aus dem mentalen Tief zu kommen - mit Erfolg! Povetkin hat wieder Spaß am Leben, der sonst so schweigsame Russe kann wieder lachen, lernte die englisch Sprache, reiste viel und verbrachte viele Stunden auf dem Tennis-Platz mit seiner Tochter Arina. Seit Monaten bereitet sich Povetkin auf die nächsten Kämpfe vor. Im eigenen Kraftraum und auf den weiten Laufstrecken Russlands tankte er wieder Kraft. „Ich habe alles hinter mir gelassen, schaue nur nach vorn.“ Zunächst gilt das für den WM- Kampf gegen Ruslan Chagaev am 27. August. „Ich habe großen Respekt vor meinem Gegner, doch ich werde gewinnen“, sagt Povetkin. Denn der „neue“ Povetkin hat noch einen „alten“ Wunsch : „Den  Kampf gegen Wladimir Klitschko, davon habe ich immer geträumt.“ Diesen Kampf kann es noch geben. Denn Super-Champion Klitschko muss, sofern er seine Titel weiter verteidigt, bis zum Frühjahr 2013 auch gegen den neuen WBA-Champion ran. Doch auch für Povetkin muss dafür gegen Chagaev unbedingt ein Sieg her.

zurückIngo Barrabas, 18.08.2011

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