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Umfrage

Ergebnisstand der aktuellen Umfrage:


Lomachenko vorzeitig
[ 2 Stimmen (33.33%)]

Lomachenko nach Punkten
[ 3 Stimmen (50.00%)]

Das Duell endet Unentschieden
[ 0 Stimmen (0.00%)]

Rigondeaux vorzeitig
[ 0 Stimmen (0.00%)]

Rigondeaux nach Punkten
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Boxen und Homosexualität

Die Kolumne

Der Raum "Berlin" in einem Frankfurter Nobelhotel sollte der Schauplatz einer hochexplosiven Nachricht werden. Das wusste die versammelte Journalistenschar allerdings nicht, als sie auf den alternden Weltmeister wartete. Als der allseits respektierte Champion an das Mikrofon trat, bedankte er sich für das Kommen und blickte entschlossen in die Runde. Er sah nun aus, wie ein Puncher vor dem finalen Schlag. Der Champ beugte sich nach vorne, Tränen kullerten nun über seine Wangen. "Ich möchte mitteilen, was ich schon längst hätte sagen sollen..." Ja, was denn, staunten die Reporter. War die Ehe mit dem hübschen Model am Ende, verpassten seine Kinder aus erster Ehe den Sprung zum Gymnasium? Die Gedanken schossen ins Kraut. "... ich bin schwul".

Wumm!! Dieser Schlag saß. Ungläubiges Staunen, bei einigen Schreibern konnte man sogar Entsetzen vermuten. Die Reaktionen auf so ein Szenario dürfte sich jeder in etwa vorstellen. Nicht nur in der Regenbogenpresse dürfte unsere Phantasiefigur den Sprung auf die Titelseite geschafft haben. Ist das die Erklärung, warum es noch keinen schwulen Boxweltmeister gab und möglicherweise auch in den nächsten Jahren nicht geben wird? Obwohl Schätzungen über die Häufigkeit von Homosexualität variieren, ihr Anteil wird bei etwa 4-6 % angegeben. Der Außenminister heiratet einen Mann, Bürgermeister outen sich - Homosexualität ist kein Tabu mehr.
Gemessen daran, ist die Anzahl bekannter homosexueller (Box) Sportler erstaunlich gering, tendiert gegen Null. "Dabei bietet doch gerade Boxen einen idealen Nährboden. Hier kommt es zum Beispiel zu einem intensiven Körperkontakt, dazu die sehr gut durchtrainierten Körper, und nicht zu vergessen, die Schmerzen und Leiden im Kampf, die oft stimulierend wirken." meint ein Arzt. Trotz steigender Akzeptanz der Homosexualität in unserer Gesellschaft haben die meisten wahrscheinlich einfach Angst vor den Reaktionen von Fans und Presse. "Niemand hat Lust sich vor großer Kulisse als fucking gay boy verspotten zu lassen, oder als Boxer, der lieber mit Strapse in den Ring steigen sollte." so ein Manager. Da wird das Schauspiel fortgesetzt, für die Öffentlichkeit lieber Scheinehen geschlossen... Dabei hilft wohl, dass den meisten Boxern sowieso niemand Homosexualität zutraut.

"Ausgerechnet dieser Mann, mit der einzigartigen Härte, des muskulösen Körpers, des Durchsetzungsvermögens, der Leidensfähigkeit." könnte ein Einwand sein, meint ein Soziologe. "Es kann nicht sein, was nicht sein darf." Den Fachmann überrascht die Quote an Coming Outs allerdings nicht. "Man stelle sich vor ein Boxer würde seine Homosexualität offen ausleben, er wäre Anfeindungen ohne Ende ausgesetzt" ist sich der Soziologe sicher und verweist auf den schwulen Fußballer Justin Fashanu, der sich acht Jahre nach seinem Coming Out in seiner Garage erhängte. Er war den psychischen Belastungen nicht gewachsen. Es handelt sich hier also um ein gesellschaftliches Problem. "Im Prinzip traurig, denn schließlich macht sich ja auch niemand darüber lustig, ob der im Ring kämpfende Boxer auf dunkle kurze Haare oder blonde Mähne steht, oder Autos von Audi oder BMW bevorzugt." Anders als die genannten Vorlieben, wird die Homosexualität aber verschwiegen und nicht offen ausgelebt, Gründe siehe oben. Die Boxgemeinde wird wohl noch weiter auf ein Coming Out warten müssen. Dann bleibt zu hoffen, dass es auf einer wie oben geschilderten Pressekonferenz keine Tränen gibt. Wenn dieser Bericht ein kleines Stück dazu beigetragen hat, hätte sich das Schreiben gelohnt!

zurückIngo Barrabas, 24.07.2011

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