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Lomachenko nach Punkten
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Über Sean Gibbons

Das Portrait

Calzaghe, Rourke, Gibbons (Foto: Gibbons)Calzaghe, Rourke, Gibbons (Foto: Gibbons)

Der letzte Kampf eines zurückgetretenen Boxers nimmt einen besonderen Stellenwert in der Bilanz ein. Alleine schon aufgrund seiner Notierung im Rekord, entweder an der Spitze oder am Ende der Ergebnis-Liste, je nach Sortierung. Oft wird der letzte Kampf in der Karriere-Analyse allerdings recht stiefmütterlich behandelt, z.B. wenn die Leistungskurve des Boxers schon vorher stark nach unten zeigte – oder nie einen anderen Level hatte. Dennoch, der letzte Auftritt bleibt etwas Spezielles. Aber auch für den einstigen Gegner kann so ein Karriere endender Kampf rückblickend von Wichtigkeit sein. Dann nämlich, wenn es sich um erfolgreichen Boxer handelte. Oder einfach um einen Weltstar.

So gesehen, hat der frühere Cruisergewichts-Boxer Sean Gibbons (17-7-3 (9) ) etwas Besonderes vorzuweisen. Denn er trennte sich im September 1994 von dem Schauspieler Mickey Rourke unentschieden. Es war der letzte Ringauftritt des exzentrischen Super-Stars, der im Mai 1991 debütierte und im Verlaufe seiner illustren Karriere eine Bilanz von 6-0-2 (4) erkämpfte. Die älteren Boxfans werden sich sicher noch an das Medienecho bei seinen Kämpfen erinnern. Ein Macho-Typ, der sich als Liebesbeweis für seine Freundin Carre Otis einen Finger abschnitt und als Schauspieler zu Weltruhm kam, ist eben immer für eine Schlagzeile gut. Manchmal wirkten seine Duelle im Ring allerdings wie ein Schauspiel. Wenn das Wort Boxbühne noch nicht vorhanden gewesen wäre, für Rourke Auftritte hätte man es erfinden können. Unvergessen sein Einsatz im Rahmenprogramm der Bott Giovannini WM im November 1993 in Hamburg. Zwei Runden quälte sich der Hollywood-Star mit seinem Kontrahenten Thomas McCoy, bevor der sich in der dritten Runde auszählen ließ. Als Krönung einer möglichen Inszenierung fuhr Rourke seinen Gegner am nächsten Tag sogar noch ins Krankenhaus.

Aber zurück zu Sean Gibbons. Kurioserweise sieht der in Oklahoma City geborene frühere Clubfighter einen anderen Kampf als Karriere Highlight: Sein Duell gegen den deutschen Cruisergewichtler Rüdiger May, dem er im September 1995 durch K.o. in der vierten Runde unterlag. Der in fünf Kämpfen unbesiegten May hatte bis dahin nur über die Distanz gewonnen, auch Gibbons hoffte über die Runden zu kommen. „May war unangenehm zu boxen, so sperrig und aus der Distanz agierend. Ich konnte ihn nie wirklich gefährden“ sagt der US-Amerikaner rückblickend. Auch zu dem May Fight gibt es eine kleine Anekdote: Gibbons nutzte seinen Deutschland Aufenthalt, um Konzerte seiner Lieblings-Band Green Day zu besuchen.

Mitte der 00er Jahre geriet er als Matchmaker von Top Rank ins Visier des FBI, als gegen ihn wegen des Verdachts der Manipulation ermittelt wurde. Verurteilt wurde Gibbons aber nie. Er lebt heute in Las Vegas. „Die Stadt ist eine Show, 24 Stunden lang. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Eine Parallelwelt“ so Gibbons, der heute TV-Auslandsübertragungen organisiert und so dem Boxsport verbunden bleibt.

Seinen letzten Fight bestritt Gibbons 1996 in Dänemark. Gegen Peter Madsen verlor er in der ersten Runde. „Tja, gegen den hatte ich keine Chance“ sagt Gibbons rückblickend. So ist es halt, mit dem letzten Kampf im Rekord. Nimmt eine wichtige Stellung ein, wird aber oft nur kurz erwähnt.

zurückIngo Barrabas, 10.06.2011

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