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Über Fotografen

Das Portrait

Immer auf der Suche nach dem richtigen Motiv... (Foto: Wende)Immer auf der Suche nach dem richtigen Motiv... (Foto: Wende)

Im Seilgeviert ging es zur Sache. Unermüdlich schlugen die beiden Boxer aufeinander ein. Am Ring hockten die Fotografen. Sie hatten sich in Stellung gebracht, lehnten eng gedrängt mit dem Oberkörper auf dem Ringboden, und blickten durch die Sucher ihrer Spiegelreflex-Kameras. Gelegentlich hörte man ein vereinzeltes, leises Fluchen. Und immer wieder dieses jedem Fotografen vertraute Geräusch: „Klack,Klack, Klack, Klack, Klack, Klack“. Mit der Geschwindigkeit eines Maschinengewehrfeuers produzierte ein junger Fotograf Foto um Foto. Einfach Finger auf den Auslöser – und gedrückt halten. Wird schon ein gutes Bild über bleiben. „Tja, die Jugend von heute. Für die ist das Bild nichts mehr wert. Bei der Arbeitsweise wären wir früher alle vom Chef umgebracht worden“ kommentierte ein Fotograf unter dem Gelächter vieler Kollegen die Szenerie.

In der Tat. Aber so ist es eben in der heutigen Zeit. Vieles ist nichts mehr wert. Für einen Festpreis kann man sich - zumindest gefühlsmäßig - unendliche Leistung erkaufen. Im Telefonladen, in der Kneipe, oder neuerdings auch im Bordell. Und eben auch beim Fotografieren, hier gibt es die Flatrate durch Kauf einer Digitalkamera. Nicht benötigte Bilder werden einfach gelöscht, ohne aufwändiges und kostenintensives entwickeln der Filme. Leichter geht’s nicht. Sollte man meinen. Doch was nützt die teuerste und beste Technik, wenn man sie nicht richtig einsetzen kann? Der gute Fotograf sieht das Motiv und fängt es mit seiner Kamera ein. Dazu gehört viel Erfahrung – und Talent. Für viele Fans sind hochkarätige Bilder aus den Medien nicht mehr wegzudenken. Die Top-Fotografen können diesen Ansprüchen gerecht werden. Durch die Investition von viel Leidenschaft und Herzblut.

Interessanterweise infizierten sich etliche Fotografen eher zufällig mit dem Box-Virus. Der Frankfurter Thomas Goos wurde vor vielen Jahren von Freunden zu einem Kampf eingeladen, und ging nur mit, weil er an dem Abend keine Alternativen hatte. Von der Atmosphäre war er gleich fasziniert: „Dass da Leute in den Ring steigen und sich gegenseitig auf die Fresse hauen ... Und ich hinter die Kulissen schauen und mit meinen Bildern aus dieser Welt erzählen kann – toll“ sagt Goos. Noch kurioser war der Einstieg von Marianne Müller. Die Düsseldorferin holte von Mitte der 80er Jahre die Gastboxer vom Flughafen ab, zumeist US-Amerikaner. „Das waren oft hoch interessante Charaktere, dazu noch Top austrainiert“ berichtet Müller mit einem Augenzwinkern. Schnell war man im Geschäft – und eingebunden in die Abläufe des Analog-Zeitalters. Abends am Boxring, in der Nacht in der Dunkelkammer und am nächsten Tag mit Abzügen in den Redaktionen der großen Tageszeitungen. „In dem Zeitraum zählte der persönliche Draht zu den Mitarbeitern.“ sagt Marianne Müller, die Tochter von dem legendären Sport-Fotografen Horst Müller. Ähnlich sieht es Bernd Wende, der durch seinen Beruf die Liebe zum Boxen entdeckte. Sein damaliger Chef schickte ihn zu einer Veranstaltung. Heute ist der Berliner selbstständig tätig und leitet die Agentur Photo Wende. „Die Anfänge waren heftig“, sagt Wende. „Die Ausrüstung war schon immer das A und O, früher war das Equipment aber vergleichsweise teuer. Da musste man sich schon was einfallen lassen, kreativ sein.“ Er und viele seiner Kollegen fotografierten in ihrer Freizeit und investierten die Einnahmen aus dem Verkauf der Aufnahmen an Privatpersonen in ihre Ausrüstung. Wende machte Bilder von Touristen auf einer Fähre, die zwischen dem Festland und Helgoland pendelte. „So gut habe ich nie wieder verdient“ sagt Wende lachend.

Alle Fotografen leben die neue Technik, sind selbstverständlich in Sachen Technik up to date. Eine analoge Spiegelreflex-Kamera dürfte sich wohl bei keinem professionell arbeitenden Fotografen mehr finden. Auch die Vorteile der schnellen Übertragung wird genutzt. Per Laptop und Hotspot gehen die Digitalfotos im Idealfall direkt aus der Halle in die weite Welt. Bei allen Arbeitserleichterungen, die die neue Technik bietet: Mit etwas Wehmut wird zurückgeblickt. „Durch den Versand per mail ist der persönliche Kontakt fast unerheblich geworden.“ Auch die großen Agenturen machen den „Freien“ das Leben schwer. Sie bieten Pauschalen an, es wird also nicht mehr jedes Bild gekauft, sondern für einen Festbetrag so viele Fotos wie gewünscht. „Wer als freier Fotograf unter diesen Bedingungen zu Großereignissen wie z.B. der Fußball-Weltmeisterschaft fährt, kann nur Geld drauflegen“, sagt Bernd Wende. Auch der Klau der Digitalbilder im Internet macht der Zunft zu schaffen. „Die Leute sind so dreist, die kopieren Bilder aus dem Internet und setzen die in ihre eigene Homepage – nicht mal mit Quellenangabe“ so Marianne Müller. Wer so agiert, sollte sich nicht wundern, wenn mal eine Rechnung wegen Verletzung des Urheberrechts im Briefkasten landet. Die Gebühren dafür sind nicht unerheblich, da kann schon mal ein vierstelliger Betrag fällig werden, pro Bild versteht sich. Man sieht, das Foto ist also doch noch etwas wert. Allen Flatrates zum Trotz.

zurückIngo Barrabas, 11.03.2011

Box-News & Schlagzeilen


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