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Über Lars Dobbertin

Das Portrait

Lars Dobbertin und der Tiger (Foto: Dobbertin SportBild)Lars Dobbertin und der Tiger (Foto: Dobbertin SportBild)

"Liebe das Boxen, respektiere die Kämpfer, habe kritische Blicke für das Geschäft!" Nach diesem Motto agierte Lars Dobbertin, der neben Steven Jörgensen als Spezialist für das Resort Boxen der Sport-Bild Redaktion arbeitete. Neben regelmäßigen Aufmachern in Deutschlands größter Sportzeitung, kommentierte Dobbertin auch in der Rubrik Meine Meinung äußerst schlagfertig.

Dobbertin kam wie viele andere über Muhammad Ali zum Boxen. Als kleiner Junge durfte er sich zusammen mit seinem boxbegeisterten Vater die Nächte um die Ohren schlagen, als der Größte in den Ring stieg. Für den Junior waren die Fights zumeist schnell zu Ende. Meistens schlief er nach dem Einlauf der Boxer ein. Viele Jahre später - Dobbertin hatte sich zwischenzeitlich aktiv als Fußballer betätigt - erzählte ihm ein Bekannter, er würde boxen. "Was der kann, kann ich auch" dachte sich der heute 40 jährige und ging mit ins Gym. Auch 16 Jahre später ist der Journalist seinem Hobby aktiv treu geblieben. Ein besonderes Verhältnis entwickelte Dobbertin zu Darius Michalczewski, den er 1993 im Rahmenprogramm einer Weltmeisterschaft mit Markus Bott erstmals live erlebte. "Dariusz hat mich von Anfang an fasziniert", gibt Dobbertin zu. "Wie er kämpfte, seine direkte Art außerhalb des Rings." Dobbertin begleitete die Karriere des Halbschwergewichtlers bis zum Ende. Vor dem letzten Ringduell des Tigers gegen Fabrice Tiozzo berichtete Dobbertin mit einem mehrseitigen Aufmacher aus dessen Trainingscamp aus Zakopane. Trotz aller Trainingsarbeit reichte es bekanntermaßen nicht, der Tiger musste vorzeitig die Segel streichen. Dobbertin vermutet heute, dass Michalczewski einfach zu viele Schlachten geschlagen hatte und ausgepumpt war. In besonderer Erinnerung blieb Dobbertin ein Zitat des Tigers nach dem zweiten Hall Kampf, als ein schwer gezeichnete Weltmeister beim Blick in den Spiegel zu sich selbst sagte "Dariusz, was bist du für ein Kerl, dass du da durchgegangen bist".

Doch zurück zum Journalisten Dobbertin. Der begann seine erste große Arbeit mit einer Reportage über den Daniel van de Wiele, Ringrichter des Klitschko Schulz Kampfes. Viele weitere interessante Berichte folgten. Neben dem typisch Rüstzeug eines jeden guten Journalisten verfügt Dobbertin auch über eine Menge Herzblut. "Ich kann dank einer großen Zeitung aber auch kritisch über das Geschäft schreiben" so Dobbertin. Dass er sich damit angreifbar machte, war Dobbertin gleich. "Wer auf der Bühne steht, muss mit Kritik leben". Dabei war es für ihn nicht immer leicht den vielfältigen Ansprüchen des Arbeitgebers gerecht zu werden: "Wir sind eine Sportzeitung, kein Boxmagazin. Die Themen müssen also für eine breite Masse interessant sein". Demnach konzentrierte man sich in Hamburg auf Boxer mit Historie, berichtet über Geschichten. "Richtige Typen sind natürlich am besten" urteilt Dobbertin. "Da gehe ich besonders gerne dran, Menschen mit einem interessanten Labenslauf". Von solchen Boxern profitierte dann natürlich auch der Boxsport allgemein. Im Schatten eines Zuschauermagneten ist schon der ein oder andere Kämpfer aufgebaut worden...

Besonders sensibel reagierte der Journalist auf persönliche Tragödien einzelner, die im direkten Zusammenhang mit dem Box Business stehen. "Wer die Newfield Biografie über Don King gelesen hat, weiß wovon ich spreche. Den King Boxern werden demnach Versprechungen gemacht, nach Vertragsunterzeichnung aber nur noch über den Tisch gezogen. Eine ganze Generation von Schwergewichtsweltmeistern hatte doch Mitte der 80er Jahre einfach keine Lust mehr auf Boxen. Die hatten mehr mit Anwälten zu tun, als mit Gegnern im Ring" so Dobbertin. "Chris Byrd, den ich vor seinem Rückkampf gegen Wladimir Klitschko interviewte, berichtete ähnliches. Chris war trotz seines Weltmeistergürtels völlig frustriert, war wegen seiner ganzen Schwierigkeiten außerhalb des Rings antriebslos und verzweifelt" berichtet Dobbertin. Besonders treffend sei die Schlussbemerkung von Byrd gewesen: "Ich liebe diesen Sport, tolle Athleten, aber was das Geschäft angeht, vergessen sie es.“

Lars Dobbertin wechselte im Sommer 2010 die Fronten. Er berichtet nun in der Sport-Bild über Fußball. „Ich bin dem Boxen zwar weiter mit dem Herzen verbunden, aber nicht mehr als Reporter.“ Wenn er mit soviel Herzblut an das neue Themenfeld geht wie im Ressort Boxen, dann können sich die Fußball-Fans auf tolle Berichte freuen. Alles Gute, Lars Dobbertin!

zurückIngo Barrabas, 20.12.2010

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