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Interview mit Karsten Röwer

Vor dem WM Fight zwischen Sylvester und Oral

IBF Weltmeister Sylvester (Foto: SE)IBF Weltmeister Sylvester (Foto: SE)

Die Vorbereitung von IBF-Weltmeister Sebastian Sylvester neigt sich dem Ende. In nur wenigen Tagen, am 30. Oktober, wird er in der Stadthalle Rostock in den Ring steigen. Sein Herausforderer ist der Hamburger Mahir Oral, derzeit die Nummer zehn der IBF-Weltrangliste im Mittelgewicht. Wie sich der Titelverteidiger aus Greifswald in der Vorbereitung auf das „Box-Nord-Derby“ um den WM-Gürtel geschlagen hat, verrät sein Trainer Karsten Röwer im Gespräch.

Herr Röwer, welche Erkenntnisse haben Sie aus dem letzten Kampf von Sebastian Sylvester gegen Roman Karmazin ziehen können? Gibt es Dinge, die in der Vorbereitung auf die anstehende Titelverteidigung in Rostock anders liefen?
Im letzten Kampf konnte Sebastian nach hinten heraus nicht mehr zulegen. Er hatte in der Vorbereitung zu viel Substanz gelassen, weil er kurzfristig zu viel Gewicht machen musste. Diesmal fing er früher damit an und ging somit viel leichter in die Sparringsphase. Das hat sich positiv bemerkbar gemacht. Seine Leistungen in der Vorbereitung waren deutlich besser.

Gab es weitere Dinge, die verändert wurden?
Ja, schon. Doch die meisten Sachen hingen mit dem Gewicht zusammen. Sebastian hat sehr stark auf die Ernährung geachtet. Morgens hat er gut gegessen. Mittags gab es immer sehr viel Eiweiß. An den Abenden hielt er sich zurück. Darüber hinaus habe ich versucht, im Training ein paar neue Akzente zu setzen. Das kam bei den Läufen und beim Gerätetraining zum Tragen. Aber das waren nur Kleinigkeiten. Grundsätzlich gibt es ja auch keine Notwendigkeit, die bisherigen Methoden in Frage zu stellen. Schließlich ist Sebastian Weltmeister.

Sie haben angekündigt, dass der Kampf ihres Schützlings gegen Mahir Oral sehr spektakulär verlaufen wird. Warum glauben Sie das?
Wer die letzten Kämpfe von Mahir Oral gesehen hat - zum Beispiel im letzten Jahr gegen Arthur Abraham - weiß, dass er ein riesiges Kämpferherz hat. Er ist in der Lage, ein hohes Tempo zu gehen, agiert mit hoher Schlagfrequenz und kann dazu eine Menge einstecken. Er wird mit aller Macht versuchen, zu gewinnen. Sebastian ist ebenfalls in einer sehr guten Verfassung. Dennoch wird es ein hartes Stück Arbeit.

Am 16. Oktober waren Sie gemeinsam mit Sebastian Sylvester bei den Kickern vom F.C. Hansa Rostock zu Gast. Mögen Sie Fußball?
Fußball ist quasi mein zweites Hobby. Und natürlich bin ich Hansa-Fan. Und das Daumendrücken hat ja auch geholfen, schließlich hat Hansa mit 2:1 gewonnen. Nicht so gut lief es am Mittwoch. Da waren wir beim Handball-Pokalspiel zwischen Empor Rostock und dem HSV zu Besuch. Da konnten sich in der Stadthalle die Gäste deutlich durchsetzen. Doch am 30. Oktober gegen den Hamburger Mahir Oral wird das anders laufen. Beim „Box-Nord-Derby“ wird der Sieger aus Mecklenburg-Vorpommern kommen!

Den größten Teil der Vorbereitung absolvierten Sie mit Ihrem Schützling wieder einmal in Güstrow. Das war schon vor den letzten Kämpfen so. Wäre da nicht ein wenig mehr Abwechslung angebracht?
Nein, ganz und gar nicht. Wir haben in der Sportschule Güstrow alles, was wir brauchen und fühlen uns sehr wohl. Es kommt ja nicht darauf an, dass man viel Abwechslung hat. Es kommt darauf an, vernünftig zu trainieren. Darüber hinaus ist Güstrow nicht weit von Rostock entfernt.

zurückIngo Barrabas, 21.10.2010

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