ANZEIGE

Umfrage

Wer würde ein Duell zwischen Anthony Joshua und Deontay Wilder gewinnen?








Aktuelles

Der IBF Gürtel (Foto: Frank Bleydorn)

Super-Mittelgewichtler James DeGale hat den Rückkampf gegen IBF Champion… lesen

Alexander Povetkin (Foto: IB)

Alexander Povetkin bleibt weiter auf Erfolgskurs. Der russische Schwergewichtler… lesen

Schwergewichtler Joe Joyce hat auch seinen dritten Profikampf vorzeitig gewonnen… lesen

Jack Culcay (Foto: SE)

Ago Sports von Ingo Volckmann veranstaltete am vergangenen Samstag zum ersten… lesen

Howik Bebraham (Foto: Petkovic)

Howik Bebraham hat den Kampf gegen Fedor Papazov am vergangenen Samstag in… lesen

Der IBF Gürtel (Foto: Frank Bleydorn)

Mikey Garcia ist neuer IBF Champion im Halb-Weltergewicht. Er besiegte am… lesen

Michael Wallisch (Foto: IB)

Michael Wallisch kletterte nach längerer Inaktivität wieder durch die… lesen

Kevin Lerena (Foto: IB)

Kevin Lerena (20-1) bleibt Weltmeister im Cruisergewicht nach Version IBO. Der… lesen

Avni Yilderim (Foto: WBSS)

Avni Yilderim hat seine WBC International Meisterschaft im Super-Mittelgewicht… lesen

Halbschwergewichtler Scott Westgarth ist tot. Der britische Profiboxer starb am… lesen

 

Interview mit Sauerland und Jacobi

Zehn Jahre Boxen in der ARD

Wilfried Sauerland (Foto: SE)Wilfried Sauerland (Foto: SE)

10 Jahre, 100 Sendungen und rund 500 Millionen Zuschauer - „Boxen im Ersten“ ist aus der deutschen TV-Landschaft nicht mehr wegzudenken. Ob Sven Ottke, Markus Beyer, Arthur Abraham, Sebastian Sylvester oder wie an diesem Samstag Marco Huck, der seinen WM-Gürtel in Erfurt gegen Matt Godfrey verteidigt: Seit knapp einem Jahrzehnt übertragt die Kampfabende in der ARD. Ein Interview mit Wolf-Dieter Jacobi, MDR-Sportchef und ARD-Boxkommentator, und Hall-of-Fame-Promoter Wilfried Sauerland über den Erfolg der langjährigen Zusammenarbeit.

Zehn Jahre sind im Sport eine halbe Ewigkeit. Was war der lustigste Moment in 99 Sendungen „Boxen im Ersten“?
Wolf-Dieter Jacobi: „Wir hatten in Mühlheim an der Ruhr im November 2006 einen zehnminütigen Stromausfall zu überstehen. Darüber kann ich zumindest im Nachhinein lachen. Sehr lustig sind aber die Sprüche von Ulli Wegner in den Rundenpausen. Es wäre ein Jammer, wenn die Zuschauer das Zwiegespräch zwischen Trainer und Athlet verpassen würde. Unser Vorteil ist, dass wir ohne Werbung senden und die Motivationskünste Wegners hautnah einfangen können. Zu Dominik Britsch, der sich die Haare gestylt hatte, sagte er einmal: „Junge, der hat Deine Frisur durcheinander gebracht“. Das gibt diesem harten Sport doch eine gewisse Leichtigkeit und macht die Sportart auch bei Nicht-Boxfans beliebt.“
Wilfried Sauerland: „ Ulli Wegner ist wirklich ein echtes Unikum. Ich bin mir sicher, dass er auch für Marco Huck am Samstag die richtigen Worte finden wird. Wir hatten in all den Jahren so viele lustige Momente, dass ich jetzt spontan gar keinen herausheben kann.“

Was macht für Sie „Boxen im Ersten“ aus?
Jacobi: „‚Boxen im Ersten’ hat dann eine Berechtigung, wenn richtig guter Sport geboten wird und sich zwei gleichwertige Gegner im Ring gegenüberstehen. Die Zuschauer möchten einen Wettstreit zweier Kontrahenten sehen, die beide Siegchancen haben. Für mich ist es daher völlig normal, dass ein Boxer – man denke an Arthur Abraham im Super-Six-Turnier oder auch Marco Huck bei seinem ersten WM-Kampf – nach vielen Siegen auch einmal verliert. Das gehört zum Sport dazu und macht auch den besonderen Reiz aus.“
Sauerland: „Wir sind sehr stolz, regelmäßig hochklassigen und spannenden Boxsport zu präsentieren, mit dem wir ein Millionenpublikum vor den Bildschirm locken. Statt Quantität haben wir immer auf Qualität gesetzt. Die konstant hohen Einschaltquoten sehen wir als Bestätigung unseres Konzeptes, den Sport in den Mittelpunkt zu stellen. Die Zusammenarbeit mit der ARD war vom ersten Gong an fantastisch. Nicht umsonst haben wir den Vertrag vor kurzem um fünf weitere Jahre verlängert.“

Eine Bedingung für die Verlängerung des TV-Vertrages sollen umfangreiche Dopingkontrollen gewesen sein?
Sauerland: „Das ist richtig. Wir haben uns immer als Vorreiter im Kampf gegen Doping gesehen. So haben wir schon Anfang der Achtziger Wettkampfkontrollen eingeführt und jetzt als erster Boxstall der Welt einen Vertrag mit der NADA (Nationale Anti-Doping-Agentur) geschlossen, der neben umfassenden Wettkampfkontrollen insbesondere unangemeldete Trainingskontrollen vorschreibt – ein echtes Novum im Boxsport. Wir hoffen sehr, dass die Konkurrenz nun nachzieht, damit unseren Sportlern kein Nachteil entsteht.“
Jacobi: „Die NADA-Kontrollen waren in der Tat Voraussetzung für die Vertragsverlängerung. Wir wollen unseren Zuschauern nicht nur hochklassigen, sondern auch sauberen Boxsport bieten. Für mich sind unangekündigte Trainingskontrollen nicht nur eine Frage der Fairness, sondern -und das wird oft vergessen - auch eine Frage des Gesundheitsschutzes der Athleten.“

Was zeichnet die Boxübertragungen der ARD aus?
Jacobi: „Unser Konzept ist ganz klar auf den Sport ausgerichtet. Wir möchten möglichst viel von diesem spannenden Sport zeigen. Darum haben wir in den vergangenen Jahren auch einen zweiten und dritten Kampf mit ins Programm genommen. Die Einschaltquoten geben uns recht – auch wenn wir schon zweieinhalb Stunden gesendet haben, erreichen wir nachts um 1 Uhr immer noch ein Millionenpublikum. Das ist schon beachtlich. Inhaltlich achten wir darauf, dass wir die Gesprächsanteile nicht unnötig aushöhlen. Wir wollen zwar die Emotionen und die Reaktionen einfangen, zeigen aber lieber noch einen weiteren Kampf, als dass wir zu viel über das Geschehen reden – auch wenn wir mit Henry Maske und Waldemar Hartmann zwei hervorragende Presenter haben.“
Sauerland: „Es ist uns gelungen, nach den großen Erfolgen der alten Garde um Sven Ottke, Markus Beyer und Danilo Häußler die nächste Generation von Boxern behutsam in die Weltspitze zu führen. Arthur Abraham ist durch das Super-Six-Turnier zu einem internationalen Superstar geworden. Mit gerade einmal 30 Jahren ist er derzeit unser ältester Hauptkämpfer. Genau wie Marco Huck und Sebastian Sylvester hat er die besten Jahre noch vor sich. Wir haben viele talentierte deutsche Nachwuchsboxer, die in der Zukunft für Furore sorgen werden. Alexander Frenkel, Karo Murat und ein Dominik Britsch werden schon bald von sich reden machen.“

Was waren für Sie die Highlights in zehn Jahren „Boxen im Ersten“?
Jacobi: „Die erste Titelvereinigung von Sven Ottke gegen Byron Mitchell – das war ein richtig guter Kampf. Spannend war auch das Rematch zwischen Markus Beyer und Danny Green, den Beyer erst überraschend souverän gestalten konnte und zum Ende noch eine echte Schrecksekunde zu überstehen hatte. Von Arthur Abraham gab es fast keinen Kampf, der einen nicht besonders bewegt und beschäftigt hat. Der K.o.-Sieg über Jermain Taylor vor 14.000 Zuschauer in der o2 World in Berlin war aufgrund der Kulisse und der sportlichen Bedeutung schon etwas besonderes. Auch den Sieg von Sebastian Sylvester über Javier Castillejo habe ich in besonderer Erinnerung.“
Sauerland: „Am meisten freue ich mich immer, wenn wir eine neuen Weltmeister im Team begrüßen können. Ob Huck gegen Ramirez, Sylvester gegen Lorenz o, Valuev gegen Ruiz, Abraham gegen Ikeke, Beyer gegen Lucas oder Beyer gegen Sanavia II – das waren alles dramatische Kämpfe.“


zurückIngo Barrabas, 20.08.2010

Box-News & Schlagzeilen


Trotz sorgfältiger Erstellung wird für die Richtigkeit keine Haftung übernommen.
top ↑ | RSS | © 2018 i••design | | 0.0267