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Pianetas Kampf gegen den Krebs

Schwergewichtler will in den Ring zurück

Francesco Pianeta (Foto: f.b.)Francesco Pianeta (Foto: f.b.)

Eines Tages will er die Königsklasse des Boxens, das Schwergewicht, beherrschen. Am liebsten würde er seine Titel in der Arena auf Schalke verteidigen. Doch bis dahin ist es für Francesco Pianeta noch ein weiter Weg. Der 1,92 Meter große Boxprofi steht immerhin kurz vor dem ganz großen Durchbruch, feierte bisher in 21 Fights 20 Siege und ein Unentschieden. Die größten Erfolge bis heute: der Gewinn der WBC-Junioren-Weltmeisterschaft und die Eroberung des EU-Gürtels. In der Bilanz des Gelsenkircheners vermisst man vielleicht noch die ganz großen Namen. Den größten Kampf seines Lebens hat er aber längst bestritten - und wohl gewonnen. Denn Pianeta hatte Krebs.

Es war der 11. Februar dieses Jahres. Die Vorbereitung auf den nächsten Kampf lief. Der Schwergewichtler absolvierte im Olympiastützpunkt in Berlin-Hohenschönhausen einen Schlagtest. "Meine Schlagkraft und das Ergebnis des Tests waren hervorragend. Ich war so gut, wie noch nie", erinnert er sich. "Doch ich bemerkte plötzlich etwas an meinem Körper, das da nicht hingehörte. Unser Co-Trainer vereinbarte daraufhin einen Arzttermin für mich. Erschreckend für mich: Der Doktor behandelte mich wie eine Nummer. Dann, nur wenig später, die schreckliche Diagnose: Ein Geschwür, Hodenkrebs!"

Pianeta konnte es nicht glauben. Seiner Frau, seinen Eltern, seinen Freunden und Kollegen aus dem Boxteam erzählte er zunächst nichts. Nur Trainer Ulli Wegner und Assistenz-Coach Georg Bramowski wussten Bescheid. "Wenn man mit 25 Jahren hört, dass man Krebs hat, dann bricht für einen Menschen die Welt zusammen. Ich habe mich geschämt. Und ich war böse. Ich dachte, ich könnte meiner Frau und meinen Eltern damit zur Last fallen." Nur sechs Tage später folgte die Operation. "Ich habe versucht, positiv zu denken. Ich hoffte, alles würde sich doch noch als Irrtum entpuppen. Als ich aus der Narkose aufwachte, wusste ich, es war doch Wirklichkeit."

Zuvor hatte der Schwergewichtler seiner Familie erzählt, er müsse sich einer Leistenoperation unterziehen. Er wollte niemanden beunruhigen. Doch aufgrund der weiteren Behandlung musste er mit der Wahrheit raus. "Es folgte die schwerste Zeit - sieben Wochen, in denen ich zwei Chemotherapien absolvieren musste. Obwohl ich mich nur einmal während der gesamten Zeit übergeben musste, ging es mir schlecht. Ich ging völlig auseinander. Aufgrund der großen Mengen an Flüssigkeit nahm ich zu, mein Gewicht stieg von etwa 112 auf satte 130 Kilogramm. Doch der schlimmste Moment in dieser Zeit: Als ich mir an den Kopf fasste und plötzlich eine riesige Hand voll Haare in den Händen hatte."

Doch die Familie und Freunde gaben dem Schwergewichtler den nötigen Rückhalt. "Besonders meiner Frau, meinen Eltern- und Schwiegereltern, Co-Trainer Georg Bramowski in Zusammenarbeit mit Coach Ulli Wegner und meinen Freunden Guinluca und Amira möchte ich danken. Ihre Unterstützung hat mir sehr geholfen, in dieser Phase nicht aufzugeben. Auch meine Teamkollegen und das Management haben sich großartig verhalten. Es gab aber auch eine Person, von der ich sehr enttäuscht war. Jemand, der mich nicht einmal im Krankenhaus besucht hat. Solche Dinge fallen eben auch in schweren Zeiten auf", blickt Pianeta, der im Juni das Training wieder aufnahm, zurück.

Im Oktober will der Schwergewichtler wieder im Ring stehen. "Bis dahin schaue ich mir die Kämpfe, wie zum Beispiel am 21. August von Marco Huck in Erfurt, aus dem Publikum an. Denn ich musste ja ganz langsam wieder ins Training einsteigen. Nachdem die Chemotherapien vorbei waren, hatte ich nach 200 Meter-Spaziergängen einen Puls von 176! Daran sieht man, alles muss sich nach und nach wieder normalisieren. Ich muss Geduld haben", weiß Pianeta. Seinen Traum, es in seinem Sport ganz nach oben zu schaffen, hat er nicht aus den Augen verloren. "Im Gegenteil: Ich glaube, ich arbeite jetzt noch intensiver und zielstrebiger auf meine Ziele hin."

Der Krebs hat im Leben von Francesco Pianeta eine Menge verändert. "Zum Glück wurde alles frühzeitig erkannt. Deshalb kann ich heute positiv in die Zukunft schauen. Ich muss noch alle drei Monate zur Kontrolle, aber die Ärzte sagen, der Krebs sei geheilt", erzählt er. Die Krankheit habe ihm aber auch die Augen geöffnet. "Ich gehe jetzt bewusster durchs Leben. Und gerade meine Frau, mein Sohn und der Rest der Familie, die mir so viel Rückhalt gegeben haben, stehen bei mir an erster Stelle. Und natürlich das Boxen. Meinen schwersten Gegner im Leben, den Krebs, habe ich besiegt. Einen härteren Gegner wird es in der Zukunft auch im Boxring nicht mehr geben, da bin ich mir sicher."

zurückF.B., Box-News.de-Redaktion, 12.08.2010

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